08.05.2024 08:00
von Melanie Weigert

Agile Konzepte in der Personalentwicklung

Die Anforderungen an Kompetenzen und Wissen der Mitarbeitenden in den Fachbereichen ändern sich so rasant, dass auch die Personalentwicklung wesentlich anpassungsfähiger und wendiger agieren muss und sich konsequent an den Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden ausrichten muss. Im Zuge der agilen Personalentwicklung erhalten die Fachbereiche und einzelnen Mitarbeitenden daher mehr Verantwortung für ihre berufliche Entwicklung. Schließlich kennen sie die Anforderungen und Trends hinsichtlich neuer Technologien oder Methoden am besten und können Kompetenzlücken einschätzen. Die Rolle der Abteilung Personalentwicklung wandelt sich damit von der Top-Down-Gestalterin hin zur Ermöglicherin von Lernprozessen.

Die Führungsebene muss geeignete Rahmenbedingungen für das Lernen schaffen und es als selbstverständlichen Teil des Tagesgeschäfts verstehen. Agile Personalentwicklung bedeutet für Führungskräfte, Lernanforderungen beständig zu erkennen. Lernerfahrungen müssen völlig auf den Nutzen des individuellen Mitarbeitenden ausgerichtet sein sowie "on-demand" und zeitnah ermöglicht werden. Das bedeutet, agile Personalentwicklung ist das Gegenteil von Standardseminaren, die allen Mitarbeitenden im regelmäßigen Turnus in leicht veränderter Form angeboten werden. Agile Konzepte in der Personalentwicklung führen unweigerlich zur Frage, über welche Methoden und Formate man agiles Lernen ermöglichen kann.

Grundsätzlich können bekannte Lernmethoden und -formate wie zum Beispiel Mentoringprogramme oder Workshops auch in der agilen Personalentwicklung genutzt werden. Sie sollten jedoch agilen Prinzipien entsprechen und als agile Impulse genutzt werden. Individualisierung und die Anpassungsmöglichkeit des Lernprozesses sind ausschlaggebend für agiles Lernen. Lernziele sind auf den Erwerb von Kompetenzen und nicht von Wissen ausgerichtet und können sich im Lernprozess ändern. Es geht für die Lernenden darum, ihre ganz individuellen neuen Herausforderungen meistern zu können. Dadurch nimmt die Rolle von Lernen im Arbeitsprozess und durch den Austausch im Team zu.

Ganz grundsätzlich ist informelles Lernen am Arbeitsplatz im Vorteil, wenn die Personalentwicklung nicht angebotsorientiert, sondern nachfrageorientiert gesteuert wird. Hierzu zählt das selbstgesteuerte Lernen mithilfe einer digitalen Lernplattform ebenso wie der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie - ganz klassisch - die Nutzung von Fachbüchern. Informelles Lernen im Sinne einer agilen Personalentwicklung kann also sehr unterschiedliche Gestalt annehmen, es erfordert jedoch stets die Eigeninitiative der Mitarbeitenden.

Die Personalentwicklung kann diese Form des Lernens unterstützen, indem sie Workshops anbietet, die den Mitarbeitenden das selbstgesteuerte Lernen vermitteln und Möglichkeiten zur Selbst- und Fremdeinschätzung geben. Auch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, in denen Mitarbeitende lernen, diskutieren und sich konzentrieren können, gehört dazu. Mithilfe von Learning Experience Plattformen können Mitarbeitende Kompetenzen bei Bedarf erwerben und direkt im Arbeitsprozess anwenden.

Quellen:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern in diesem Text die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter.

Agile Personalentwicklung: Konzepte und Methoden | Personal | Haufe

 

Zurück

Copyright © strategie:p