11.03.2021 12:29
von Torsten Vogel

Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen

Was wird da gegen unternommen?

Wird der Verdienst zwischen Männern und Frauen verglichen, so wird eine enorme Lohnlücke in Deutschland erkennbar. Der Gehaltsunterschied wird am durchschnittlichen Stundenlohn gemessen. 2018 lag der durchschnittliche Stundenlohn für Frauen bei 17,09€, Männer erreichten einen Stundenlohn von 21,60€. Somit liegt ein Unterschied von ca. 21% vor. Selbst bei gleicher beruflicher Qualifikation und Position erreichen Frauen nicht dieselbe Bezahlung wie Männer.

Oftmals suchen Frauen soziale oder personenbezogene Dienstleistungsberufe aus. Berufe dieser Branchen werden schlechter bezahlt als Berufe technischer Branchen, in denen hauptsächlich Männer vertreten sind. Zudem kommt hinzu, dass meistens Frauen ihre Karriere aufgrund von Elternzeit unterbrechen und anschließend einen erneuten Einstieg mittels Teilzeitarbeit versuchen. Das führt dazu, dass Frauen oft keine Führungsposition erreichen, da die meisten Spitzenpositionen auf eine Vollzeitbeschäftigung ausgelegt sind. Des Weiteren liegen stets stereotypische Rollenbilder vor, die die Gleichberechtigung hinsichtlich des Gehalts behindern. Um dieses Phänomen allmählich aus der Welt zu schaffen hat das Bundesministerium einige Konzepte entworfen:

Um den Einstieg in das Berufsleben nach der Elternzeit zu erleichtern, baut das Bundesministerium (BMFSFJ) Kindertagesstätten und das Elterngeld aus. Mittels Anreizen wird die Familienpflegezeit verbessert und bezweckt damit, dass Frauen in das Berufsleben schneller zurückkehren. Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen wurde 2017 verabschiedet. Damit soll gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit erreicht werden, unabhängig davon, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Des Weiteren hat das BMFSFJ den Arbeitnehmern das Recht eingeräumt, sich beim Arbeitgeber nach den Kriterien der Bezahlung zu erkundigen. Ab einer Mitarbeiteranzahl von mehr als 500 Beschäftigten sind private Arbeitgeber zur Überprüfung ihrer Entgeltstrukturen verpflichtet. Bei mehr als 500 Beschäftigten müssen Arbeitgeber Berichte über die Gleichstellung der Entgelteinheiten zugänglich machen.

„Equal Pay Day“ wurde als eine Initiative vom Verein Business und Professional Women – Germany e.V. gestartet. Dieses Jahr findet der Equal Pay Day am zehnten März statt und macht auf die unterschiedliche prozentuale Bezahlung zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Der Equal Pay Day möchte Gerechtigkeit in der Lohnzahlung erreichen, indem für gleiche Arbeit gleiches Gehalt bezahlt wird, unabhängig davon, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt.

Darüber hinaus wird mit dem Girls- und Boys’Day versucht im jungen Alter stereotypische Klischees zu verringern. Dabei sollen Mädchen einen Einblick in technische und naturwissenschaftliche Berufe bekommen, um sie für diese Branche zu begeistern und den Frauenanteil in männerdominierten Branchen zu erhöhen.

Zusätzlich wurde der „Equity Guide“ von der International Labour Organization (IOL) gegründet. Hier bewerten Unternehmen Arbeitsplätze und stellen Unterschiede fest. Vorliegende Unterschiede sollen stringent abgebaut werden. Des Weiteren wurde eine EVA-Liste entworfen, mit der Methoden der Arbeitsbewertung auf Geschlechtsneutralität überprüft werden.

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